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Das freiwillige Engagement älterer Menschen stellt ein wichtiges und wachsendes Potential dar. Unsere Gesellschaft ist dringender denn je gerade auf Freiwillige angewiesen, da die öffentliche Hand schon heute kaum in der Lage ist alle anfallenden Kosten zu übernehmen. Dieser Umstand wird sich dramatisch verschlechtern, je weiter der demografische Wandel fortschreitet. Seniorinnen und Senioren verfügen über Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie sowohl im Familien- als auch im Berufsleben erworben haben. Ihr Engagement kommt nicht nur der eigenen, sondern auch den nachfolgenden Generationen zugute und trägt dabei so maßgeblich zur Solidarität zwischen den Generationen bei.

Kommunen sollen, nein müssen die strukturellen Rahmenbedingungen schaffen, unter denen sich das freiwillige Engagement älterer Menschen entfalten kann. Dazu gehören Seniorenbüros, Freiwilligenagenturen, Ehrenamtsbörsen, aber auch die Benennung von hauptamtlichen Ansprechpartnern. Solche sind für Freiwillige eine zentrale Voraussetzung für ein dauerhaftes Engagement. Die Vernetzung lokaler Akteure sollte ebenfalls durch die Kommunen organisiert werden. Hier können so Synergien für alle Beteiligten erzeugt werden, so der Austausch von Erfahrungen, gemeinsame Nutzung der Infrastruktur, wie auch die Entwicklung gemeinsamer innovativer Projekte. < Nicht jede Gruppierung oder Initiative muss das Rad neu erfinden> In der heutigen Zeit sind alltäglich Begegnungen der Generationen außerhalb der eigenen Familien eher selten. Es ist eine wichtige Aufgabe von Kommunen den Dialog der Generationen zu fördern. Es sollten daher Einrichtungen geschaffen werden in der vielfältig , aktivierende Angebote vorgehalten werden. Hier können sich dann ältere und jüngere Menschen besser kennen und schätzen lernen. Mehrgenerationenhäuser oder Mehrgenerationentreffs sind hierzu schon geeignete Örtlichkeiten. Gerade ältere Menschen finden hier gute Möglichkeiten ihre vielfältigen Kompetenzen und Erfahrungen sinnvoll und sinnstiftend einzusetzen. Wie kann man nun ältere Menschen zu solchen Tätigkeiten gewinnen ? Am besten gelingt das über persönliche Ansprache. Das kann über Bekannte geschehen, die sich schon bereits ehrenamtlich engagieren, über Leiterinnen und Leiter von Einrichtungen, wie auch über Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und über Orts- und Stadtratsmitglieder. Gute Öffentlichkeitsarbeit ist für die Gewinnung neuer Freiwilliger von großer Bedeutung. Hierzu sollte auch die Lokalpresse genutzt oder besser genutzt werden, um Angebote und gute Beispiele für freiwilliges Engagement publik zu machen. Bereitstellung von Informationen an Orten, an denen Ältere ein und ausgehen, wäre ebenfalls zielführend. Auch andere Kulturkreise müssen mit eingebunden werden. Wichtig ist vor allen Dingen ein konkretes Angebot, wie auch eine klare Beschreibung der Aufgaben zu formulieren. Dies macht es den älteren Menschen einfacher eine freiwillige Tätigkeit anzunehmen. Je genauer erklärt wird, was zu tun ist, umso besser kann einen interessierte Person einschätzen, ob sie diese ausgaben übernehmen möchte. Niedrigschwellige Angebote machen es Menschen, die sich bisher noch nicht engagiert hatten, leichter den Einstieg in ein freiwilliges Engagement zu schaffen. Genaue Absprachen, die auch schriftlich abgefasst werden können, schaffen Vertrauen und Verlässlichkeit auf beiden Seiten. Ebenso sollte der zeitliche Aufwand für die ehrenamtliche Tätigkeit definiert werden. Die Möglichkeit, den zeitlichen Umfang des Engagements fest zu vereinbaren, macht es für den Freiwilligen ebenfalls attraktiver, sich zu engagieren.

Anregungen zu dem Artikel durften mit Genehmigung der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen e.V.) entnommen werden.

    Gerd Amman

Seniorenbeauftragter