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Der Quakbrunnen - mehr Denkmal als Brunnen

Quakbrunnen mit Weihnachtsbeleuchtung [go]

Nicht nur während der Weihnachtszeit fragt so manch auswärtiger Besucher in der Tourist-Information nach, was es mit diesem Brunnen und der Figur darauf auf sich hat.

Seit Jahrzehnten zentral in Ottweiler gelegen und auf den ersten Blick nur den Brauch des Pfingstquaks darstellend, kennen nur wenige den Hintergrund dieses 1934 fertiggestellten Brunnens.

Die Namensgebung des Brunnens leitet sich aus dem Brauchtum "Pfingstquak" (oder auch Pfingstquack) ab, was sich vermutlich von dem lateinischen Wort "quinquaginta" ableitet, was "fünfzig" bedeutet. Gemeint ist somit der 50. Tag nach Ostern und damit Pfingsten. Bei diesem "Heischebrauch" (das Fordern oder Erbitten von Gaben) zogen Kinder mit einem floral geschmückten Quakjüngling von Haus zu Haus um einerseits den Winter zu vertreiben und andererseits auch Gaben z.B. in Form von Eiern oder Speck zu erhalten.

Als Ersatz für einen Vorgängerbrunnen auf den Schlosshof erhielt der Saarbrücker Architekt Ludwig Nobis ( u.A. Alte Hauptpost-Saarbrücken, Rathaus-Püttlingen) den Auftrag. Dabei wurde bewusst das Motiv des Pfingstquak-Brauchtums gewählt, handelte es sich doch hier um einen deutschen Volksbrauch. Die unter der Aufsicht des Völkerbundes stehende Saarregion stand kurz vor der Saarabstimmung im Januar 1935, die Bevölkerung hatte bald über die Zugehörigkeit des Gebietes zum Deutschen Reich, zu Frankreich oder die Beibehaltung des " Status quo" abzustimmen.

Das Bauwerk mit all seinen Bildelementen zum Deutschtum war somit mehr eine politische Positionierung vor dem Referendum als nur ein städtebaulicher Brunnen. Auch die Eröffnungsfeier am 27. Mai 1934 gestaltete sich mehr als Heimattag-Veranstaltung. Im Hinblick auf diesen historischen Hintergrund wird sicherlich so mancher den Brunnen mit anderen Augen sehen und das eigentliche Denkmal darin erkennen.