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Füh­rung über den jü­di­schen Fried­hof in Ott­wei­ler

Am 19. Sep­tem­ber um 17 Uhr mit Hans-Joa­chim Hoff­mann

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Die Kreis­volks­hoch­schu­le (KV­HS) Ott­wei­ler bietet in Ver­bin­dung mit der Stadt Ott­wei­ler und dem Stadt­ge­schicht­li­chen Mu­se­um Ott­wei­ler am Sonn­tag, 19. Sep­tem­ber um 17:00 Uhr wie­der ei­ne Füh­rung über den jü­di­schen Fried­hof in Ott­wei­ler. Sie leis­tet da­mit ei­nen Bei­trag zum Deutsch­land wei­ten Ge­den­ken „321–2021: 1700 Jah­re jü­di­sches Le­ben in Deutsch­land“ so­wie – auf den re­gio­na­len Raum be­zo­gen – „700 Jah­re jü­di­sches Le­ben an der Saar“.

 

„Ein Edikt Kai­ser Kon­stan­tins im Jah­re 321 für die Ju­den in Köln ist das frü­hes­te uns be­kann­te Do­ku­ment über jü­di­sches Le­ben in Deutsch­land“, schrei­ben die Ver­an­stal­ter; die ers­te ent­spre­chen­de ur­kund­li­che Er­wäh­nung für den Saar­raum fin­det sich 1321 in ei­nem Frei­heits­brief des Gra­fen Jo­hann I. Jü­di­sches Le­ben in Ott­wei­ler er­streck­te sich nur über den Zeit­raum von 1777, be­legt durch Ur­kun­den „für Schutz­ju­den ge­wil­lig­ten Weyd-Ge­nuß“, bis 1940, der De­por­ta­ti­on der saar­län­di­schen, pfäl­zi­schen und ba­di­schen Ju­den ins La­ger Gurs.

Den jü­di­schen Fried­hof in Ott­wei­ler stellt Hans-Joa­chim Hoff­mann In­ter­es­sier­ten an der Ge­schich­te der jü­di­schen Ge­mein­de in An­sät­zen vor, in­dem er sich be­müht, die lo­ka­le Ge­schich­te ein­zu­bet­ten in Er­eig­nis­se, die weit über den lo­ka­len Rah­men hin­aus­rei­chen. Dies ge­schieht in Ver­bin­dung mit Grab­ma­len be­deu­ten­der jü­di­scher Ott­wei­ler Fa­mi­li­en: Das Grä­ber­feld Co­blenz ruft die Ent­ste­hung der jü­di­schen Ge­mein­de Ott­wei­ler im Zu­ge der Krie­ge Na­po­le­ons be­zie­hungs­wei­se der Be­frei­ungs­krie­ge in Er­in­ne­rung; das Grab­mal Le­vy gibt An­lass, über das jü­di­sche Ele­men­tar­schul­we­sen zu in­for­mie­ren; das ein­zig­ar­ti­ge Grab­denk­mal Kop­pel ben As­ri­els und die Grab­ma­le der Fa­mi­lie Al­bert do­ku­men­tie­ren die zu­neh­men­de As­si­mi­la­ti­on der jü­di­schen Bür­ger; die Grä­ber der Fa­mi­li­en Salm ste­hen für die ge­schei­ter­te An­er­ken­nung der jü­di­schen Be­völ­ke­rung als Deut­sche jü­di­schen Glau­bens. Der Re­fe­rent spricht auch über ver­schie­de­ne Sym­bo­le, die die Grab­denk­ma­le auf­wei­sen, mit de­ren Hil­fe er die Wert­vor­stel­lun­gen des Ju­den­tums the­ma­ti­siert; da­bei stellt er das Grab­mal der Li­set­te Al­bert in den Mit­tel­punkt.

Zur po­li­ti­schen Ent­wick­lung in Ott­wei­ler von 1918/19 bis 1956 ver­fass­te Hans-Joa­chim Hoff­mann die Do­ku­men­ta­ti­on „Ver­wir­ren­de We­ge“. Dar­in zeigt er un­ter an­de­rem den Auf­stieg des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in Ott­wei­ler auf, der zur Aus­lö­schung jü­di­schen Le­bens führ­te. Das Buch (ISBN 978-3-00-06729-7) kann für 29,80 Eu­ro in Ott­wei­ler er­wor­ben wer­den bei: Hans-Joa­chim Hoff­mann, Adolf-Kol­ping-Weg 7, Tel. (0 68 24) 79 90; Spar­kas­sen­fi­lia­le Wil­helm-Hein­rich-Stra­ße; Pres­se-Shop, Fa­bio Vi­tel­lo, Wil­helm-Hein­rich-Stra­ße 13, oder Henn’sche Buch­hand­lung Köh­ler, Eng­gass.

 

Infos:

Männliche Besucher haben auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen

Kreis­volks­hoch­schu­le (KV­HS) Ott­wei­ler:  06824-9064121