Die Geschichte der Stadt Ottweiler

Über 1000 Jahre Geschichte, barocke Bauwerke und eine malerische Altstadt machen Ottweiler zu einem besonderen Ort im Saarland.

Altstadt & Geschichte

Ottweiler, heute Heimat von rund 15.000 Menschen, blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück. Die erste bekannte Erwähnung reicht bis ins Jahr 871, als auf dem Hahnenberg – im heutigen Stadtteil Neumünster – ein Kloster gegründet wurde.

Doch die Geschichte der Region beginnt noch früher: Archäologische Funde im Ortsteil Mainzweiler belegen eine keltische Besiedlung. In römischer Zeit führte zudem der sogenannte „Rennweg“ durch das Gebiet – eine wichtige Verbindung zwischen Trier und Metz.


Vom Kloster zur Stadt

Im Mittelalter entwickelte sich rund um das Kloster eine befestigte Siedlung. Zwischen 1260 und 1280 entstanden Burg und Vorburg als Schutzanlage.

1393 taucht der Name Ottweiler erstmals in einer Urkunde auf.

Eine bedeutende Phase begann im Jahr 1550: Kaiser Karl V. verlieh Ottweiler die Stadtrechte und machte die Stadt zur Residenz. Bereits zwei Jahre später folgten die Marktrechte – ein wichtiger Schritt für die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Stadt.


Zeiten des Aufbaus – und der Zerstörung

Die folgenden Jahrhunderte waren von Höhen und Tiefen geprägt. Bereits 1553 verwüsteten französische Truppen die Region, und auch der Dreißigjährige Krieg hinterließ schwere Schäden.

Mit Graf Albrecht begann 1573 die Reformation in Ottweiler. Unter seiner Herrschaft entstanden bedeutende Bauwerke, darunter das Schloss nach Plänen des Baumeisters Christmann Strohmayer. Aus dieser Zeit stammen auch viele der Fachwerkhäuser, die noch heute das Bild der historischen Altstadt prägen.


Barocke Blütezeit

Im 18. Jahrhundert erlebte Ottweiler eine neue Blüte. Unter Fürst Wilhelm Heinrich zu Nassau-Saarbrücken entstanden zahlreiche repräsentative Gebäude der Barockzeit.

Zu den bekanntesten Bauwerken zählen das Pavillon und das Witwenpalais – entworfen von Joachim-Friedrich Stengel, dem bedeutendsten Architekten des Saarlandes seiner Zeit.

Auch wirtschaftlich entwickelte sich die Stadt weiter: Mit der Ottweiler Porzellanmanufaktur entstand eine der frühen industriellen Produktionsstätten der Region.


Ottweiler im 20. Jahrhundert

Die beiden Weltkriege brachten große Verluste – sowohl an Menschenleben als auch an historischer Bausubstanz. Besonders tragisch war das Ende der jüdischen Gemeinde. Heute erinnern ein Gedenkstein und der jüdische Friedhof an ihre Geschichte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand Ottweiler zunächst unter französischer Verwaltung. Mit der Rückkehr des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1957 begann ein neues Kapitel der Stadtgeschichte.

Bis 1973 war Ottweiler Kreisstadt, bevor die Verwaltungsreform diese Funktion auf Neunkirchen übertrug.


Ottweiler heute

Heute präsentiert sich Ottweiler als charmante Residenzstadt mit historischer Altstadt, malerischen Plätzen und verwinkelten Gassen.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der alte Wehrturm, der heute als Kirchturm der evangelischen Kirche dient und mit seinem Glockenspiel weithin über die Dächer der Altstadt klingt.

Kultureller Mittelpunkt ist das sanierte Schlosstheater. Ergänzt wird das Angebot durch mehrere Museen – darunter das Schulmuseum, die historische Buchdruckwerkstatt sowie das Porzellan- und Handwerkermuseum.

Umgeben von der reizvollen Landschaft des Saarländischen Berglands bietet Ottweiler zudem zahlreiche Freizeitmöglichkeiten – von Premiumwanderwegen bis zum Flowtrail für Mountainbiker.

So verbindet die Stadt auf besondere Weise ihre reiche Geschichte mit lebendiger Gegenwart.